Friedhelm Güthoff

Vita:
Jg. 1952, Studium der Sozialpädagogik, Diplompädagogik, nach mehrjähriger Tätigkeit in der Heimerziehung, Erwachsenenbildung, Erziehungsberatung und der Trennungs- und Scheidungsberatung.  1988 – 1995 Forschung und Evaluation der Kinder- und Jugendhilfe als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für soziale Arbeit, Münster. Seit 1995 Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbund Landesverbandes NRW e.V., Geschäftsführer der Bildungsakademie BiS, Wuppertal, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Südwestfalen, Wissenschaftliches Zentrum Frühpädagogik, Soest. Autor von Fachveröffentlichungen und Arbeitshilfen zum Thema Kinderschutz, Kinderpolitik, Partizipation und Begleiteter Umgang.

Wenn zwei sich streiten, was braucht das Kind? Der Begleitete Umgang – ein Angebot zur Stärkung der Rechte des Kindes
„Gesetz ist mächtig, mächtiger ist die Not“, mit diesen Worten verweist Plutus in Goethes Faust auf Kräfte, die juristisch normiertes und damit erzwingbares Handeln beeinträchtigen. Wut, Enttäuschung sind solche Kräfte, zumal in konfliktreichen Trennungs- /Scheidungssituationen. Im Schatten hochstrittiger Sorgerechtsstreitigkeiten geraten rechtliche Normierungen, wie beispielsweise das Recht des Kindes auf beide Elternteile, schnell in den Hintergrund. Wenn es Müttern und Vätern nicht mehr gelingt, die Interessen ihres Kindes in den Blick zu nehmen, ihre Sicht von Elternverantwortung im direkten Miteinander auszutauschen, zu bewerten und im Konsens zu handeln, bleibt wenig Raum für das Wohlergehen der betroffenen Mädchen und Jungen. In hochstrittigen Trennungskonflikten stellt der Begleitete Umgang die Interessen und die Rechte des Kindes in den Vordergrund und eröffnet neue Möglichkeiten eines Miteinanders wichtiger Bezugspersonen zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung gegenüber dem jungen Menschen. Der Workshop bietet eine Plattform des Austausches über die Bedeutung einer Unterstützung des Kindes bei Kontakterhalt- oder aufbau nach familiären Trennungen und zum Schutz vor Entfremdung, Gewalt oder Entführung. Ausgehend von den Rechten und Interessen des Kindes werden im Vortrag Möglichkeiten und Grenzen des Begleiteten Umgangs aufgezeigt.